Serviceheft Ausfüllhilfe

Inhalt

1. Einleitung

Einführung in die Ausfüllhilfe und wichtige Hinweise zur Verwendung des Servicehefts.

2. Informationen zum Fahrzeughalter

Erklärung der Halter- und Kontaktdaten sowie des Fahrzeugbezugs.

3. Fahrzeugdaten

Fahrzeug-Identifikation und weitere technische bzw. fahrzeugbezogene Angaben.

4. Karosseriezustand

Dokumentation vorhandener Schäden und des allgemeinen Karosseriezustands.

5. Räder und Reifen

Dokumentation von Felgen- und Reifendimensionen sowie zusätzlicher Informationen zu Rädern und Reifen.

6. Anzugsdrehmomente

Eigene Übersicht wichtiger Anzugsdrehmomente für das jeweilige Fahrzeug.

7. Wartungsplan

Eintragen und Weiterführen des fahrzeugspezifischen Wartungsplans.

8. Service-Ersatzteile und Flüssigkeiten

Dokumentation verwendeter Ersatzteile, Betriebsstoffe, Mengen, Einheiten und Teilenummern.

9. Service

Dokumentation der einzelnen durchgeführten Kundendienste und Servicearbeiten.

10. Notizen

Platz für zusätzliche Informationen, Reparaturen, Veränderungen und sonstige Einträge.

11. Abschluss

Abschließende Hinweise zur langfristigen Dokumentation der Fahrzeughistorie und zur Nutzung des Servicehefts.

 

1. Einleitung

Ein Fahrzeug begleitet seinen Besitzer oft über viele Jahre. In dieser Zeit fallen Wartungen, Reparaturen, Verschleiß und Veränderungen an, die sich mit der Zeit schnell zu einer langen Fahrzeuggeschichte entwickeln. Das Garage Bits Universal Serviceheft wurde dafür entwickelt, diese Informationen übersichtlich an einem Ort festzuhalten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neu- oder Gebrauchtwagen, einen Old- oder Youngtimer handelt. Das Serviceheft kann für unterschiedliche Fahrzeugmarken, Baujahre und Antriebsarten verwendet werden und bietet Platz für die Dokumentation von Wartungen, Reparaturen, technischen Daten und weiteren Arbeiten am Fahrzeug.

Diese Ausfüllhilfe führt dich Schritt für Schritt durch die einzelnen Bereiche des Servicehefts. Wir erklären, welche Angaben in die jeweiligen Felder gehören, wofür sie gedacht sind und worauf du beim Ausfüllen achten solltest. Zu jedem Abschnitt findest du außerdem ein ausgefülltes Beispiel, das die Verwendung der jeweiligen Felder veranschaulicht.

Wenn für dein Fahrzeug bereits ein altes Service- oder Wartungsheft vorhanden ist, kannst du viele der benötigten Angaben daraus übernehmen. Auch vorhandene Rechnungen, Wartungsnachweise oder andere Fahrzeugunterlagen können dabei hilfreich sein. So lässt sich die bisherige Wartungshistorie übernehmen und im Garage Bits Serviceheft übersichtlich fortführen.

Falls du bei einzelnen Angaben unsicher bist oder bestimmte technische Informationen nicht selbst ermitteln kannst, solltest du im Zweifel deinen Vertragshändler oder eine Werkstatt deines Vertrauens fragen. Insbesondere bei fahrzeugspezifischen Wartungsintervallen, technischen Daten, Füllmengen oder Anzugsdrehmomenten ist es wichtig, die richtigen Angaben für das jeweilige Fahrzeug zu verwenden.

Die Beispiele in dieser Ausfüllhilfe verwenden einen fiktiven Fahrzeughalter und ein fiktives Fahrzeug. Die eingetragenen Daten dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als technische Vorgaben für ein bestimmtes Fahrzeug zu verstehen.

Wichtiger Hinweis

Technische Angaben wie Wartungsintervalle, Füllmengen, Betriebsstoffe, Spezifikationen und Anzugsdrehmomente können je nach Fahrzeug, Motorisierung, Baujahr und Ausstattung unterschiedlich sein. Verwende für dein Fahrzeug deshalb immer die entsprechenden Angaben des Fahrzeugherstellers bzw. die dafür vorgesehenen technischen Unterlagen.

Das Serviceheft dient der Dokumentation dieser Informationen und ersetzt keine fahrzeugspezifischen Wartungs- oder Reparaturvorgaben.

Tipp: Du musst das Serviceheft nicht zwingend ab dem ersten Kilometer beginnen. Gerade bei einem Gebrauchtfahrzeug kann die Dokumentation an einem bereits bestehenden Wartungsstand aufgenommen und von dort aus weitergeführt werden.

 

Beispielhafte Darstellung des Garage Bits Universal Servicehefts


2. Informationen zum Fahrzeughalter

In diesem Abschnitt werden die Daten des Fahrzeughalters bzw. Besitzers sowie die wichtigsten Kontaktdaten eingetragen. Zusätzlich kann hier festgehalten werden, welchem Fahrzeug die Angaben zugeordnet sind und bei welchem Kilometer- bzw. Meilenstand und Kaufdatum die Eintragung erfolgt.

Fahrzeugbezug

Halter / Besitzer Nr.

Hier wird die Nummer des jeweiligen Halters bzw. Besitzers eingetragen. Bei einem Halterwechsel kann so beispielsweise zwischen dem ersten und zweiten Halter unterschieden werden.

Bei Kilometer- / Meilenstand

Trage hier den Kilometer- oder Meilenstand des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Eintragung bzw. des Kaufes ein.

Kaufdatum

Hier wird das Datum eingetragen, an dem das Fahrzeug vom aktuellen Halter gekauft wurde.

Person / Firma

Bei einer privaten Nutzung werden Vorname und Nachname eingetragen. Bei einem gewerblichen Fahrzeug kann stattdessen der Firmenname angegeben werden.

Adresse

Hier werden Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort des Halters bzw. Besitzers eingetragen.

Kontakt

Telefonnummer, Mobilnummer und E-Mail-Adresse können hier hinterlegt werden, damit der Halter bei Bedarf eindeutig erreichbar ist.

Beispiel: Die Abbildung zeigt eine vollständig ausgefüllte Seite mit einem fiktiven Fahrzeughalter. Die verwendeten Angaben dienen ausschließlich der Veranschaulichung.

Hinweis: Wenn bereits ein älteres Serviceheft vorhanden ist, können die dort enthaltenen Halterdaten übernommen und bei Bedarf aktualisiert werden.

 

3. Fahrzeugdaten

In diesem Abschnitt werden die wichtigsten technischen und fahrzeugbezogenen Daten des Fahrzeugs festgehalten. Die Angaben helfen dabei, das Fahrzeug eindeutig zu identifizieren und technische Informationen bei späteren Wartungen oder Reparaturen schnell zur Hand zu haben.

Fahrzeug-Identifikation

  • Hersteller: Marke bzw. Hersteller des Fahrzeugs
  • Modell: genaue Modellbezeichnung
  • Baureihe / Typ: Baureihe, Typ oder interne Typbezeichnung
  • Baujahr: Baujahr des Fahrzeugs
  • Erstzulassung: Datum der ersten Zulassung
  • Kennzeichen: aktuelles amtliches Kennzeichen
  • Fahrgestellnummer (VIN): vollständige Fahrzeug-Identifikationsnummer
  • Schlüsselnummer (HSN / TSN): Schlüsselnummern aus den Fahrzeugpapieren
  • Motorcode: Kennzeichnung des verbauten Motors
  • Getriebecode: Kennzeichnung des verbauten Getriebes
  • Farbcode / -bezeichnung: Farbcode oder offizielle Farbbezeichnung des Fahrzeugs

Nicht jedes Feld muss zwingend ausgefüllt werden. Welche Angaben du festhalten möchtest, bleibt dir überlassen. Während Hersteller, Modell, Baujahr oder VIN für die eindeutige Zuordnung des Fahrzeugs besonders hilfreich sind, sind beispielsweise Motor- und Getriebecode vor allem bei bestimmten Reparaturen und der Suche nach passenden Ersatzteilen relevant.

Gerade wenn du Arbeiten am Fahrzeug selbst durchführst, kann es sinnvoll sein, solche Angaben einmal im Serviceheft festzuhalten. So musst du den Motor- oder Getriebecode nicht bei jeder Ersatzteilsuche oder Reparatur erneut am Fahrzeug oder in Unterlagen recherchieren.

Die benötigten Informationen findest du je nach Fahrzeug beispielsweise in der Zulassungsbescheinigung Teil I, auf dem Fahrzeug selbst, an Bauteilen oder in vorhandenen Fahrzeugunterlagen. Wenn bestimmte Angaben nicht auffindbar sind, können dir dein Vertragshändler oder eine Werkstatt deines Vertrauens weiterhelfen.

Zusätzliche Angaben

Die freien Felder im unteren Bereich sind bewusst nicht fest vorgegeben. Sie können genutzt werden, um zusätzliche fahrzeugspezifische Informationen einzutragen, die bei manchen Fahrzeugen relevant sind, bei anderen jedoch nicht benötigt werden.

Denkbar sind beispielsweise besondere technische Angaben, Ausstattungsmerkmale oder andere Informationen, die du für dein Fahrzeug dauerhaft dokumentieren möchtest.

Du entscheidest selbst, welche dieser zusätzlichen Angaben für dein Fahrzeug sinnvoll sind. Nicht benötigte Felder können einfach frei bleiben.

Beispiel: Die Abbildung zeigt eine vollständig ausgefüllte Fahrzeugdatenseite anhand eines fiktiven Fahrzeugs. Die eingetragenen Daten dienen ausschließlich der Veranschaulichung.

 

4. Karosseriezustand

Karosserieschäden

Hier kannst du den äußeren Zustand des Fahrzeugs und vorhandene Schäden dokumentieren. Schäden werden direkt in der Fahrzeugskizze mit dem passenden Symbol markiert:

  • Delle / Beule
  • Kratzer
  • Steinschlag
  • Rost
  • Sonstiges

Unter „Bemerkungen“ können zusätzliche Informationen zum Schaden ergänzt werden, beispielsweise dessen Größe oder genaue Position.

Tipp: Mit Bleistift ausfüllen

Wir empfehlen, diesen Bereich mit Bleistift auszufüllen. Wird ein vorhandener Schaden später fachgerecht instand gesetzt, können die Markierung und die dazugehörige Bemerkung einfach wieder entfernt werden. So bleibt die Übersicht aktuell.

Die Übersicht kann außerdem hilfreich sein, wenn du dein Fahrzeug in eine Werkstatt gibst. Zeige den dokumentierten Fahrzeugzustand bei der Abgabe vor. So lässt sich bei der Abholung nachvollziehen, welche Schäden bereits vorher vorhanden waren. Sollte während des Werkstattaufenthalts ein weiterer Schaden entstehen, kann anhand der vorherigen Dokumentation nachvollzogen werden, dass dieser bei Fahrzeugabgabe noch nicht vorhanden war.

Hinweis: Die Dokumentation ersetzt keine fotografische Beweissicherung. Bei der Übergabe eines Fahrzeugs kann es deshalb zusätzlich sinnvoll sein, den Zustand durch Fotos festzuhalten.

Beispiel einer ausgefüllten Fahrzeugskizze mit markierten Schäden.

 

5. Räder und Reifen

In diesem Abschnitt kannst du die Felgen- und Reifendaten des Fahrzeugs festhalten. Da Sommer- und Winterräder häufig unterschiedliche Dimensionen haben, gibt es für beide Radsätze eigene Felder.

Felgengröße

Hier wird die Größe der verwendeten Felge eingetragen, beispielsweise:

7,5 J x 17 ET45

Dabei können neben der Felgengröße auch Angaben wie Zollgröße, Felgenbreite und Einpresstiefe (ET) festgehalten werden.

Reifengröße

Hier wird die vollständige Bezeichnung des Reifens eingetragen, beispielsweise:

225/45 R17 94 W

Damit sind unter anderem Reifenbreite, Querschnitt, Bauart, Felgendurchmesser sowie Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex dokumentiert.

Trage die Angaben jeweils für Vorder- und Hinterachse sowie für Sommer- und Winterräder ein. Werden rundum dieselben Räder verwendet, kann die gleiche Angabe entsprechend übernommen werden.

Ersatzrad / Notrad

Falls das Fahrzeug über ein Ersatz- oder Notrad verfügt, können auch dessen Felgen- und Reifendaten eingetragen werden. Ist kein Ersatz- oder Notrad vorhanden, kann das Feld frei bleiben.

Notizen

Der Bereich „Notizen“ bietet Platz für zusätzliche Informationen rund um die Räder und Reifen. Hier können beispielsweise festgehalten werden:

  • Position und Lagerort des zweiten Radsatzes
  • Reifendruck
  • Felgenschloss bzw. Aufbewahrungsort des Adapters
  • Profiltiefe
  • Besonderheiten bei der Montage oder Lagerung

Tipp: Wenn du verschiedene Radsätze besitzt, kann es sinnvoll sein, deren Daten und Besonderheiten hier dauerhaft zu dokumentieren. So sind die wichtigsten Informationen beim saisonalen Radwechsel schnell zur Hand.

Beispiel einer vollständig ausgefüllten Übersicht für Sommer-, Winter- und Ersatzrad.

 

6. Anzugsdrehmomente

In diesem Abschnitt kannst du fahrzeugspezifische Anzugsdrehmomente festhalten, die bei Wartungs- und Reparaturarbeiten häufig benötigt werden. Gerade wenn du selbst am Fahrzeug schraubst, hast du wichtige Werte so schnell zur Hand und musst sie nicht bei jeder Arbeit erneut in den Herstellerunterlagen suchen.

Trage jeweils die Bezeichnung des Bauteils bzw. der Schraubverbindung und das dazugehörige Anzugsdrehmoment ein. Je nach verwendeter Einheit kann der Wert in Nm oder lb-ft dokumentiert werden. Nicht benötigte Einheiten bzw. Felder können entsprechend freigelassen oder durchgestrichen werden.

Typische Einträge können beispielsweise sein:

  • Zündkerzen
  • Motoröl-Ablassschraube
  • Ölfilter
  • Getriebeöl-Ablass- und -Einfüllschraube
  • Radschrauben bzw. Radmuttern
  • Bremssattel und Bremssattelhalter
  • Fahrwerks- und Lenkungskomponenten
  • weitere für das jeweilige Fahrzeug relevante Schraubverbindungen

Welche Werte eingetragen werden, bleibt dir überlassen. Du kannst die Tabelle auf die für dein Fahrzeug wichtigsten oder bei eigenen Arbeiten häufig benötigten Drehmomente beschränken.

Wichtig

Anzugsdrehmomente sind immer fahrzeugspezifisch. Verwende ausschließlich die für dein Fahrzeug, den jeweiligen Motor und die betreffende Schraubverbindung vorgesehenen Herstellerangaben. Auch Schraubengröße, Festigkeitsklasse, Schmierung oder die Verwendung einer neuen Schraube können Einfluss auf das erforderliche Drehmoment haben.

Wenn du einen benötigten Wert nicht sicher ermitteln kannst, solltest du diesen nicht schätzen. Ziehe die technischen Unterlagen des Herstellers zu Rate oder frage deinen Vertragshändler bzw. eine Werkstatt deines Vertrauens.

Beispiel einer ausgefüllten Drehmomentübersicht mit häufig benötigten Schraubverbindungen.

 

7. Wartungsplan

Der Wartungsplan

Der Wartungsplan dient dazu, die regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten eines Fahrzeugs übersichtlich zu planen und zu dokumentieren. Er zeigt, welche Arbeiten bei welchem Kilometer- bzw. Meilenstand oder nach welcher Zeit vorgesehen sind.

So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Wartungsarbeiten bereits durchgeführt wurden und welche bei den kommenden Kundendiensten anstehen. Dadurch kann die Wartungshistorie des Fahrzeugs nachvollziehbar festgehalten und gleichzeitig als Orientierung für zukünftige Wartungen genutzt werden.

Der Wartungsplan ist dabei fahrzeugspezifisch. Je nach Fahrzeug, Motorisierung, Getriebe, Baujahr und Ausstattung können sich sowohl die erforderlichen Wartungspunkte als auch die Wartungsintervalle unterscheiden.

Wichtiger Hinweis zu Wartungsintervallen

Die für dein Fahrzeug erforderlichen Wartungspunkte, Wartungsintervalle und technischen Angaben müssen vor dem Eintragen selbst recherchiert und auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Maßgeblich sind dabei immer die fahrzeugspezifischen Angaben des Herstellers.

Wenn du dir bei einem Wartungspunkt, einem Intervall oder einer technischen Angabe unsicher bist, wende dich bitte an deinen Vertragshändler oder eine Werkstatt deines Vertrauens und lasse dir die entsprechenden Angaben bestätigen.

Garage Bits übernimmt keine Verantwortung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Anwendung der eingetragenen Wartungsdaten. Die in dieser Ausfüllhilfe und im Beispiel verwendeten Angaben dienen ausschließlich der Veranschaulichung und dürfen nicht als Vorgabe für ein bestimmtes Fahrzeug verwendet werden.

Wartungspunkte eintragen

Beginne damit, alle für dein Fahrzeug relevanten Wartungspunkte in der linken Spalte des Wartungsplans einzutragen. Dabei sollten wirklich alle Wartungsarbeiten berücksichtigt werden, die für dein Fahrzeug vorgesehen sind.

Wenn die vorhandenen Zeilen auf der ersten Doppelseite nicht ausreichen, führst du die Liste einfach auf der nächsten Doppelseite fort. Die beiden Doppelseiten sind dabei als eine zusammenhängende Tabelle zu verstehen.

Stell dir den Wartungsplan deshalb so vor, als würdest du beide Doppelseiten untereinanderlegen:

Die zweite Doppelseite ist die direkte Fortsetzung der Wartungspunkte der ersten Doppelseite.

Für eine noch deutlichere Darstellung zeigt die folgende Abbildung die beiden Doppelseiten überlappend:

Die Überlappung verdeutlicht, wie die Wartungspunkte von einer Doppelseite auf die nächste weitergeführt werden.

Beispiel

Im folgenden Beispiel wurden mehr Wartungspunkte benötigt, als auf der ersten Doppelseite Platz finden. Die Liste wird deshalb auf der nächsten Doppelseite fortgeführt.

Beispiel für eine fortgeführte Wartungspunkt-Liste. Die Wartungspunkte werden auf der nächsten Doppelseite weitergeführt, während die Kilometer-/Meilen- und Monatsangaben später auf beiden Doppelseiten identisch übernommen werden.

Wichtig: Wenn alle für dein Fahrzeug relevanten Wartungspunkte auf der ersten Doppelseite Platz finden, ist das Ausfüllen der zweiten Doppelseite nicht notwendig.

Kilometer- und Monatsangaben eintragen

Nun werden die Kilometer-/Meilen- und Monatsintervalle im oberen Bereich der Tabelle eingetragen. Beginne dabei mit der Angabe über der grauen Spalte. Diese stellt den Ausgangspunkt des Wartungsplans dar und bezieht sich auf den zuletzt durchgeführten Kundendienst – nicht auf den ersten Kundendienst, der in diesem Serviceheft dokumentiert wird.

Ist ein älteres Serviceheft vorhanden, sollten möglichst die dort eingetragenen Daten des letzten Kundendienstes als Grundlage verwendet werden. Anschließend werden die weiteren Intervalle entsprechend den Herstellervorgaben fortgeführt. Dabei sollten möglichst die festen Wartungsintervalle des Herstellers übernommen werden, beispielsweise 15.000 → 30.000 → 45.000 → 60.000 → 75.000 km usw., anstatt eigene „krumme“ Werte zu berechnen. So lassen sich die späteren Wartungsintervalle leichter mit den Herstellerangaben abgleichen.

Die erste Spalte rechts neben der grauen Ausgangsspalte entspricht dabei dem ersten Kundendienst, der in diesem Serviceheft dokumentiert wird. Die graue Spalte dient ausschließlich als Ausgangspunkt für die weitere Planung.

Bei unserem Beispielfahrzeug mit einem aktuellen Kilometerstand von 82.450 km wurde im Beispielbild der letzte bekannte Kundendienst als Ausgangspunkt verwendet und der Wartungsplan anschließend entsprechend der vorgesehenen Intervalle fortgeführt.

Das gleiche Prinzip gilt für die Monatsangaben. Bei einem Intervall von beispielsweise 12 Monaten wird entsprechend mit 12 → 24 → 36 → 48 → 60 Monate usw. fortgefahren.

Wichtig: Die Kilometer-/Meilen- und Monatsangaben müssen auf beiden Doppelseiten exakt identisch eingetragen werden. Die zweite Doppelseite ist lediglich die Fortsetzung der Wartungspunkte und stellt keine Erweiterung der Intervalle dar. Dadurch bleiben die Wartungspunkte auf beiden Doppelseiten denselben Wartungsintervallen zugeordnet.

Die konkreten Wartungsintervalle müssen anhand der für das jeweilige Fahrzeug geltenden Herstellerangaben ermittelt werden.

 

Wartungspunkte in der Ausgangsspalte eintragen

Nachdem die Kilometer-/Meilen- und Monatsangaben festgelegt wurden, werden in der grauen Ausgangsspalte die Symbole für die einzelnen Wartungspunkte eingetragen.

Dabei wird für jeden Wartungspunkt festgelegt, welcher Zustand zum Ausgangszeitpunkt vorliegt:

  • ● Erneuern – Die Wartung bzw. der Austausch wurde beim letzten Kundendienst durchgeführt bzw. ist zu diesem Zeitpunkt erforderlich.
  • ○ Prüfen – Der Punkt soll geprüft werden, da dies entsprechend dem Wartungsplan vorgesehen ist.
  • – Keine Aktion erforderlich – Für diesen Wartungspunkt ist zum Ausgangszeitpunkt keine Maßnahme vorgesehen.

Entscheidend ist dabei, was beim letzten Kundendienst tatsächlich durchgeführt wurde und welche Wartungsarbeiten der Hersteller für den aktuellen Kilometerstand bzw. das aktuelle Fahrzeugalter vorsieht.

Beispiel: Die Wartungspunkte wurden entsprechend dem Wartungszustand des Fahrzeugs zum Ausgangszeitpunkt mit ●, ○ oder – gekennzeichnet.

Die Einträge in der grauen Spalte bilden anschließend die Grundlage dafür, wie die einzelnen Wartungspunkte über die folgenden Kilometer- und Monatsintervalle weitergeführt werden.

 

Wartungspunkte über die Intervalle fortführen

Nun wird die Tabelle anhand der festgelegten Wartungsintervalle vollständig ausgefüllt. Als Ausgangspunkt gilt weiterhin die graue Spalte. Für jeden Wartungspunkt wird von dort aus das entsprechende Wechsel- bzw. Prüfintervall über die weiteren Kilometer- und Monatsangaben hinweg fortgeführt.

Dazu wird zunächst anhand der Herstellerangaben ermittelt, in welchem Abstand der jeweilige Wartungspunkt erneuert oder geprüft werden muss. Anschließend wird das entsprechende Muster über die gesamte Tabelle wiederholt.

Beispiele:

  • Motoröl und Ölfilter: jährlicher Wechsel → ● ● ● ● ● …
  • Bremsflüssigkeit: Wechsel alle 3 Jahre → – – ● – – ● – – ● …
  • Keilriemen: nach 3 Jahren prüfen, nach 6 Jahren erneuern → – – ○ – – ● – – ○ – – ● …

Das Muster beginnt dabei immer mit der grauen Ausgangsspalte und wird anschließend entsprechend den festgelegten Intervallen weitergeführt. So lässt sich auf einen Blick erkennen, bei welchem Kundendienst welcher Wartungspunkt fällig wird.

Beispiel 1: Die Wartungspunkte wurden anhand der jeweiligen Wechsel- und Prüfintervalle über die gesamte Tabelle fortgeführt.

Beispiel 2: Die zweite Doppelseite wird nach demselben Prinzip ausgefüllt. Die Wartungspunkte der linken Seite werden dabei über die gesamte Tabelle hinweg fortgeführt.

Sollten die verfügbaren Wartungsinformationen des Herstellers bei einem früheren Kilometer- oder Zeitintervall enden, als die Tabelle in diesem Serviceheft reicht, wird das vorhandene Wartungsmuster einfach entsprechend weitergeführt, bis alle vorgesehenen Intervalle ausgefüllt sind.

Wichtig: Die Wartungspunkte sollten immer anhand der für das jeweilige Fahrzeug geltenden Herstellerangaben eingetragen werden. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, die Angaben beim Vertragshändler oder einer Fachwerkstatt zu prüfen.

 

8. Service-Ersatzteile und Flüssigkeiten

In diesem Abschnitt können verwendete Ersatzteile, Flüssigkeiten und Betriebsstoffe für das jeweilige Fahrzeug festgehalten werden. Neben der Bezeichnung können auch Menge, Einheit und Teilenummer eingetragen werden. So lässt sich später nachvollziehen, welche Produkte bzw. Ersatzteile verwendet wurden und welche Teile beim nächsten Service benötigt werden.

Die Tabelle ist bewusst nicht auf bestimmte Hersteller oder Teile beschränkt. Sie kann sowohl für regelmäßig benötigte Betriebsstoffe wie Motoröl, Kühlmittel oder Bremsflüssigkeit als auch für Verschleiß- und Ersatzteile wie Filter, Zündkerzen, Bremsbeläge oder Bremsscheiben genutzt werden.

Die beiden Tabellenhälften bieten zusätzlichen Platz für weitere Teile und Flüssigkeiten. Es müssen dabei nicht zwingend alle Felder ausgefüllt werden – eingetragen wird nur, was für das jeweilige Fahrzeug sinnvoll oder relevant ist.

Beispiel: Dokumentation von Betriebsstoffen und Ersatzteilen mit Menge, Einheit und Teilenummer für ein bestimmtes Fahrzeug.

9. Service

Der Servicebereich ist das Herzstück des Servicehefts. Hier wird festgehalten, was an einem Fahrzeug tatsächlich gemacht wurde. Während der Wartungsplan zeigt, was wann fällig ist, dokumentiert dieser Abschnitt, was bei einem konkreten Kundendienst tatsächlich durchgeführt wurde.

Jeder Kundendienst erhält dafür eine eigene Dokumentation. So entsteht über die Jahre eine nachvollziehbare Servicehistorie, die nicht nur für den Fahrzeughalter selbst hilfreich ist, sondern beispielsweise auch beim späteren Verkauf des Fahrzeugs wichtige Informationen liefert.

Servicearbeiten

Im oberen Bereich werden die durchgeführten Service- und Prüfarbeiten eingetragen. Die Tabelle ist in zwei Bereiche aufgeteilt, damit ausreichend Platz für die verschiedenen Arbeiten vorhanden ist.

Für jeden aufgeführten Wartungspunkt stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Erneuert – Hier wird markiert, wenn das entsprechende Bauteil, Betriebsmittel oder Verbrauchsmaterial erneuert wurde.
  • Geprüft – Hier kann festgehalten werden, dass der betreffende Punkt kontrolliert wurde.

In der Spalte „Geprüft“ kann dabei entweder eine einfache Markierung oder genauer „i.O.“ (in Ordnung) bzw. „n.i.O.“ (nicht in Ordnung) eingetragen werden. Dadurch lässt sich später nicht nur nachvollziehen, dass ein Bauteil geprüft wurde, sondern auch, in welchem Zustand es sich zum Zeitpunkt des Services befand.

Beispielsweise kann beim Keilriemen „n.i.O.“ eingetragen werden, wenn bei der Kontrolle Verschleiß oder eine Beschädigung festgestellt wurde. In den Notizen kann anschließend festgehalten werden, ob der Keilriemen direkt im Rahmen dieses Services erneuert wurde oder ob die Erneuerung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.

So bleibt nachvollziehbar, was geprüft wurde, welcher Zustand festgestellt wurde und welche Maßnahme daraus entstanden ist.

Beispiel: Ein vollständig ausgefüllter Serviceeintrag mit gekennzeichneten Erneuerungen und Prüfungen, zusätzlichen Arbeiten, Notizen sowie Angaben zum nächsten Service.

Auch die vorgegebenen Punkte sind nicht als starre Liste zu verstehen. Je nach Fahrzeug und durchgeführtem Service können weitere Arbeiten erforderlich sein, die unter „Zusätzliche Arbeiten“ ergänzt werden können.

Zusätzliche Arbeiten

Hier können alle Arbeiten eingetragen werden, die nicht bereits als eigener Punkt in der Tabelle aufgeführt sind.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Scheibenwischwasser aufgefüllt
  • Glühlampe ersetzt
  • Batterie ersetzt
  • Klimaanlage gewartet
  • Bremsen gereinigt
  • Fehlerspeicher ausgelesen
  • Software aktualisiert
  • kleinere Reparaturen oder Nacharbeiten

Dieser Bereich eignet sich besonders dafür, auch kleinere Arbeiten festzuhalten, die ansonsten schnell in Vergessenheit geraten würden.

Service durchgeführt von

In diesem Feld kann die Werkstatt bzw. der Betrieb, der den Service durchgeführt hat, seinen Händler- oder Werkstattstempel hinterlassen.

Wird der Service selbst durchgeführt, kann das Feld entsprechend frei bleiben oder für eigene Angaben genutzt werden.

Ein solcher Stempel kann insbesondere bei einem späteren Verkauf hilfreich sein, da sich dadurch zusätzlich nachvollziehen lässt, wer den jeweiligen Service durchgeführt hat.

Notizen

Der Notizbereich bietet Platz für weitere Informationen zum jeweiligen Kundendienst.

Hier können beispielsweise festgestellte Mängel, Empfehlungen oder Besonderheiten dokumentiert werden. Im Beispiel wurden etwa ausgeschlagene bzw. beschädigte Scheinwerfer notiert, die zu einem späteren Zeitpunkt erneuert werden sollen.

Gerade solche Hinweise sind wertvoll, weil dadurch nicht nur festgehalten wird, was gemacht wurde, sondern auch, was bei einem späteren Service noch erledigt werden sollte.

Kilometer-/Meilenstand und Datum

Am unteren Rand werden der aktuelle Kilometer- bzw. Meilenstand sowie das Datum des Kundendienstes eingetragen.

Diese Angaben sind wichtig, um die Servicearbeiten zeitlich und nach Laufleistung einordnen zu können. Zusammen mit dem Wartungsplan lässt sich später nachvollziehen, wann welcher Service bei welchem Kilometerstand durchgeführt wurde.

Nächster Service

Im rechten unteren Bereich kann bereits der nächste fällige Service eingetragen werden. Dabei werden ebenfalls Kilometer-/Meilenstand und Datum angegeben.

Da Wartungsintervalle häufig davon abhängen, welcher Zeitpunkt oder Kilometerstand zuerst erreicht wird, sollte der nächste Service entsprechend der Herstellervorgaben festgelegt werden.

Damit dient dieser Bereich gleichzeitig als kleine Erinnerung für den nächsten Kundendienst und sorgt dafür, dass die Servicehistorie lückenlos weitergeführt werden kann.

 

10. Notizen

Zum Schluss befindet sich auf den letzten Seiten des Servichefts der Notizbereich, er bietet Platz für alle wichtigen Informationen rund um das Fahrzeug, die keinen festen Platz in den vorherigen Bereichen des Servicehefts haben, aber trotzdem dauerhaft festgehalten werden sollten.

Hier können beispielsweise besondere Ereignisse oder Änderungen an der Fahrzeughistorie dokumentiert werden:

  • Austausch des Motors inklusive Kilometerstand
  • Austausch des Getriebes
  • Austausch des Kombiinstruments
  • Einbau eines gebrauchten oder überholten Ersatzteils
  • größere Reparaturen oder Umbauten
  • Nachrüstung zusätzlicher Fahrzeugausstattung
  • Änderungen, die für die spätere Wartung oder Fahrzeughistorie relevant sind

Gerade bei einem Austausch des Kombiinstruments kann es sinnvoll sein, den Kilometerstand beim Austausch sowie den angezeigten Kilometerstand des neuen Kombiinstruments zu notieren. Ebenso sollte bei einem Motortausch festgehalten werden, bei welchem Kilometerstand der Austausch erfolgt ist und – soweit bekannt – welchen Kilometerstand der Ersatzmotor bereits hatte.

Der Notizbereich ist bewusst frei gehalten und kann individuell für jedes Fahrzeug genutzt werden. Alles, was für die eigene Dokumentation wichtig ist und sich keinem anderen Bereich eindeutig zuordnen lässt, kann hier festgehalten werden.

 

11. Abschluss

Ein gut geführtes Serviceheft hilft dabei, Wartungen, Reparaturen und Veränderungen am Fahrzeug langfristig nachvollziehbar zu dokumentieren. So bleibt die Fahrzeughistorie auch über viele Jahre erhalten – unabhängig davon, ob die Arbeiten selbst, durch eine freie Werkstatt oder beim Vertragshändler durchgeführt wurden.

Nimm dir beim Ausfüllen die nötige Zeit und trage die Informationen möglichst vollständig und nachvollziehbar ein. Gerade bei einem älteren Fahrzeug kann dieses Serviceheft mit der Zeit zu einer wertvollen Dokumentation seiner gesamten Geschichte werden.

Wir wünschen dir viel Freude mit deinem Fahrzeug und allzeit gute Fahrt!